Das macht deutlich: Wohnungslosigkeit bleibt ein Problem im Kreis Unna, das immer drastischer wird.
474 Menschen suchten die Beratungsstelle in der Hansastraße auf, um Hilfe auf dem Weg aus der Wohnungslosigkeit zu finden. Dazu zählen etwa die Einrichtung einer Postanschrift, Unterstützung bei Anträgen und der Wohnungssuche, die Klärungen von Ansprüchen oder die Vermittlung in andere Dienste. Hinzu kamen im vergangenen Jahr 137 hilfesuchende Menschen, die vom Projekt "Endlich ein Zuhause" begleitet wurden - entweder auf der Suche nach einer Wohnung oder bei der Verhinderung einer drohenden Wohnungslosigkeit.
Das alles zeigt, dass sich die grundlegenden Probleme nicht gebessert haben. "Es fehlt weiter an bezahlbarem Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen bzw. Bürgergeldempfänger", erklärt Jan Wandschneider, der im Projekt "Endlich ein Zuhause" Ansprechpartner für die Wohnungswirtschaft ist und bezahlbaren Wohnraum akquiriert bzw. gestörte Mietverhältnisse heilt. "Solange keine neuen Sozialwohnungen im großen Maßstab gebaut und Nischenlösungen gefunden werden, werden die Zahlen und die Nöte der Betroffenen weiter wachsen."
Dann kann es auch passieren, dass die Wohnungslosenhilfe und die Kommunen an ihre Grenzen geraten, wenn es darum geht, wohnungslose Menschen in Notunterkünften unterzubringen. So war die Übernachtungsstelle des Caritasverbandes im August vergangenen Jahres erstmalig so voll, dass kein weiterer Mensch aufgenommen werden konnte. Wandschneider: "Das ist nicht nur bedenklich, sondern auch gefährlich. Hier besteht dringender Handlungsbedarf."