Referenten aus Berlin, Düsseldorf, Paderborn, Dortmund und Unna präsentierten den mehr als hundert Teilnehmern aus Hilfesystemen, Politik und Verwaltung vor Allem solche Möglichkeiten zur Linderung der Wohnungsnot, die sofort greifen können.
Wie zum Beispiel Tiny-Häuser obdachlosen Menschen Schutz und Würde geben können, erklärte Joachim Veenhof vom SKM Paderborn, diese Wohnform bereits seit Jahren anbietet. "Tiny-Häuser und Containerwohnungen sind keine endgültige Lösung, aber sie helfen Menschen beim Übergang in richtigen Wohnraum", so Joachim Veenhof.
Hanna Veith vom Verein Housing First aus Düsseldorf berichtete von inzwischen 120 Housing First-Wohnungen, in denen Menschen, die seit mindestens einem Jahr auf der Straße gelebt hatten, ohne weitere Bedingung ein neues Zuhause fanden. Einer dieser Mieter, Giuseppe Mirrione, berichtete dem Fachpublikum von seinem Leben, das von 17 Jahren Obdachlosigkeit, Drogensucht und Krankheit geprägt war. Mit dem Housing First-Projekt konnte er seine erste eigene Wohnung beziehen. Damit änderte sich sein ganzes Leben. "Ich bin drogenfrei, habe eine glückliche Beziehung und seit kurzem auch noch eine Festanstellung, so dass ich keine finanzielle Unterstützung mehr benötige", erzählte Mirrione dem sichtlich beeindruckten Publikum.
Für Begeisterung sorgte auch das innovative Projekt "@Home" - eine interaktive Website für wohnungslose bzw. von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen, die hier einen verblüffend einfachen Wegweiser durch das komplexe Hilfesystem finden, sondern auch gleich versandbereite Anschreiben generieren können. Zu finden ist die Seite ab sofort unter www.zuhausekompass.de.
Auch die Veranstalter des Fachtags, der Caritasverband für den Kreis Unna und das Frauenforum im Kreis Unna, präsentierten ihr jüngstes Instrument im Kampf gegen die Wohnungslosigkeit. Unter dem Titel "Endlich ein Zuhause", einem Projekt, das aus Mitteln des Landesarbeitsministeriums finanziert wird, betreiben die beiden Träger Präventionsarbeit zur Verhinderung von Wohnraumverlusten und suchen aktiv Wohnungen für wohnungslose Menschen im Kreis Unna. So konnte seit Projektbeginn Mitte 2022 für mehr als 700 Menschen der Wohnraum gerettet bzw. neuer vermittelt werden.
Politiker und Verwaltungsleute im Fachtagspublikum äußerten sich im abschließenden Podiumsgespräch lobend über die vorgestellten Projekte und stellen in Aussicht, das bis Ende 2027 vom Land geförderte Projekt "Endlich ein Zuhause" danach verstetigen zu wollen.