Caritas Kreis Unna
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Pressemeldung vom 9. Mai 2012

„Armut macht krank“
Schwerter St. Marien-Gemeinde beteiligt sich an Caritas-Jahreskampagne


Hustensaft oder Butterbrot? Für arme Menschen ist das keine außergewöhnliche Frage, sondern viel zu oft Alltag. Denn obwohl das deutsche Gesundheitssystem im internationalen Vergleich hervorragend abschneidet, scheitert der Zugang zu diesem System inzwischen für viele am Geld. „Armut macht krank“ ist deshalb die Jahreskampagne des deutschen Caritasverbandes, die der Unnaer Verband in Kooperation mit dem Katharinen-Hospital Unna auf Kreisebene umsetzen wird. Auch die Schwerter St. Marien-Gemeinde beteiligt sich an der Jahreskampagne: Seit Mittwoch ziert eine Fahne mit dem Kampagnenmotiv die Marienkirche.

Etwa 16 Euro billigt der Gesetzgeber einem Hartz IV-Empfänger monatlich für den Bereich Gesundheit zu – schon für einen einfachen Arztbesuch ist dieser Betrag knapp bemessen. Verschreibt der Arzt dann noch eine Hautcreme, Tabletten oder gar eine Brille ist für die meisten Betroffenen die finanzielle Schmerzgrenze überschritten; sie verzichten auf die Behandlung.
Während es bei armen Deutschen am Geld mangelt, haben Asylbewerber sogar mit noch mehr Schwierigkeiten zu kämpfen, wenn sie eine medizinische Behandlung benötigen; für sie ist häufig nur eine Notfallversorgung vorgesehen: „Asylbewerber haben nur bei akuten Erkrankungen, Schmerzen oder im Falle einer Schwangerschaft das Recht auf eine Behandlung, und selbst dann bekommen sie nur eine minimale Versorgung, die sie auch noch extra beantragen müssen“, sagt Caritas-Vorstand Franz-Josef Chrosnik. So darf der Arzt bei Zahnschmerzen zwar helfen – aber mehr als den schmerzenden Zahn ziehen darf er in der Regel nicht.
Auch im Kreis Unna gibt es viele Betroffene: „In unserer täglichen Arbeit begegnet uns das Thema häufig, zum Beispiel in der Wohnungslosenberatungsstelle in der Unnaer Hansastraße oder im Bereich der Migrationsberatung“, sagt Chrosnik. Deshalb wird der Kreiscaritasverband in den kommenden Monaten die Bundeskampagne „Armut macht krank“ auf Kreisebene umsetzen, um so die Menschen vor Ort zu informieren und zu sensibilisieren. Außerdem stellt der Caritasverband interessierten Unternehmen, die die Kampagne unterstützen wollen, kostenlos Blow-Ups zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Fahnen in der Größe von drei mal fünf Metern, die mit dem Schriftzug und dem Kampagnenmotiv versehen sind. Eine dieser Fahnen hängt seit diesem Mittwoch

auch an der Schwerter Marienkirche. Interessierte können die Blow-Ups kostenlos in der Caritas-Geschäftsstelle in der Höingstraße entleihen.

Außerdem stehen bereits folgende Aktionen für den Kreis Unna fest:


9. Juni „1 für 2, Tafeln einmal anders“

Gemeinsames Mahl – die Teilnehmer kaufen zwei Essensgutscheine und verschenken einen an eine bedürftige Person.

11. September Vortragsabend „Armut in einem reichen Land – wie das Problem verharmlost und verdrängt wird.“


Ein Vortragsabend mit dem Armutsforscher Professor Christoph Butterwegge von der Universität Köln.

15. November „Eine Million Sterne“

Aktion mit Caritas international: Teilnehmer kaufen Kerzen, die am 15. November gemeinsam entzündet werden.



 

Pressemeldung vom 8. Mai 2012

Ökumenische Zentrale feiert 20-jähriges Bestehen
Zwei Jahrzehnte Dienst am Menschen


Seit zwei Jahrzehnten stehen die Mitarbeiter der Ökumenischen Zentrale den Menschen im Südkreis bei allen Fragen rund ums Älterwerden mit Rat und Tat zur Seite. Ganz gleich, ob es um den Umbau der Wohnung, die Vermittlung von Pflegekräften oder die Freizeitgestaltung geht – bei der Ökumenischen Zentrale finden Menschen aus Fröndenberg, Holzwickede, Schwerte und Unna einen Ansprechpartner. Am 4. Mai feierte die Einrichtung ihr 20-jähriges Bestehen.

Mit 39 Mitarbeitern nahm die Ökumenische Zentrale vor 20 Jahren ihren Dienst auf, damals auch noch mit Angeboten der Jugend- und Familienhilfe. Iris Lehman, Leiterin der Ökumenischen Zentrale, erinnert sich an die Anfänge: „Der Gedanke der Ökumenischen Zentrale war es, alle niedrigschwelligen Angebote der Alten- und Jugendhilfe in einer zentralen Anlaufstelle zu vereinen“, sagt sie. Um dies zu erreichen, bündelten die katholische Caritas und die evangelische Diakonie ihre Hilfeangebote in einer bundesweit einmaligen GbR: der Ökumenischen Zentrale.

Und das gemeinsame Angebot der beiden Sozialverbände entwickelte sich schnell zu einer wichtigen Anlaufstelle für die Menschen im südlichen Kreisgebiet. Aufgrund der großen Nachfrage entschlossen  die Träger sich im Jahr 2003, das Angebot zu spezialisieren und trennten die Bereiche Jugend- und Al-tenhilfe in zwei eigenständige Komplexe: Das Schwerter Netz übernahm den Bereich Jugend- und Fami-lienhilfe, während die Ökumenische Zentrale weiter den Bereich der Altenhilfe verantwortete. Heute ar-beiten 65 haupt-, neben- und ehrenamtliche Mitarbeiter in der Zentrale und entwickeln das Angebot be-ständig weiter. „Uns ist es wichtig, für die Menschen da zu sein, die sonst kaum Anlaufstellen finden. Wir suchen Lücken im Beratungsangebot und versuchen diese, so gut wie möglich zu schließen“, schildert Lehmann. So betreute die Ökumenische Zentrale im vergangenen Jahr insgesamt 285 Menschen. Doch nicht nur für die Menschen, sondern auch für den Kreis Unna ist die Ökumenische Zentrale ein Gewinn: „Die Träger haben in den vergangenen 20 Jahren rund 1,4 Millionen Euro in die Einrichtung investiert sowie 1,7 Millionen Euro an kirchlichen und öffentlichen Landesmitteln akquiriert und so die Mittel, die der Kreishaushalt der Ökumenischen Zentrale zur Verfügung stellte, um den Faktor 4,5 vervielfacht“, schildert Caritas-Vorstand Franz-Josef Chrosnik.

Diese positive Entwicklung zeigt sich auch in der immer größer werdenden Angebotsvielfalt, die sich be-sonders deutlich im Bereich der Demenzbetreuung zeigt. Hier hat die Einrichtung im vergangenen Jahr viele neue Angebote geschaffen: Betreuungsgruppen, Begleitung im Alltag, Gesprächskreise für Angehö-rige und die Wohnungsberatung bilden ein engmaschiges Beratungs- und Betreuungsnetz für Betroffene und Angehörige. „Wir freuen uns über das 20-jährige Bestehen und möchten unser Angebot auch in den kommenden Jahren aufrecht erhalten und weiter wachsen“, sagt Franz-Josef Chrosnik.
 

 

 

Pressemeldung vom 22. März 2012

Beratungsstelle für Wohnungslose stellt Jahresbericht vor
Zahl der Hilfesuchenden auf konstant hohem Niveau

Jose Mainar-Gracia ist stolz: Nach über zwei Jahren auf der Straße bezog der 70-Jährige zu Beginn dieses Jahres endlich wieder eine eigene Wohnung. Geschafft hat er das mit der Hilfe von Magdalena Gladkowski vom Ambulant Betreuten Wohnen, sie unterstützte den Unnaer auf seinem langen Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden. Mainar-Gracia ist damit einer von 316 Menschen, die im vergangenen Jahr die Hilfe der Wohnungslosenberatungsstelle in Anspruch genommen haben. Die gesamten Zahlen präsentierte Caritas-Abteilungsleiter Ralf Plogmann jetzt auf einer Pressekonferenz.

„Die Zahl der Hilfesuchenden bleibt auf konstant hohem Niveau“, sagte Plogmann und verweist auf den aktuellen Bericht. Mit 316 Personen liegt die Zahl der Betreuten nur knapp unter dem Vorjahreswert von 322 Hilfesuchenden. Die Probleme, mit denen die Wohnungslosen zu kämpfen haben, sind ebenfalls gleich geblieben, das zeigt auch das Beispiel des 70-jährigen Mainar-Gracia: Nach dem Verlust seiner Arbeitsstelle verlor der Mann seine Wohnung und geriet in den typischen Teufelskreis. „Ohne Wohnung gibt es keine Arbeit und ohne Arbeit gibt es keine Wohnung“, berichtet er. In Unna gibt es außerdem noch ein weiteres Problem: Günstige kleine Wohnungen sind hier sehr selten – aber nur diese werden vom Jobcenter des Kreises Unna finanziert.

Dieser Mangel spiegelt sich auch in den Zahlen der Übernachtungsstelle in der Hansastraße wider. Hier wurden im vergangenen Jahr 3022 Übernachtungen registriert. „Verglichen mit dem Vorjahresrekord von 3381 Übernachtungen ist die Zahl zwar leicht zurückgegangen, bleibt aber dennoch besorgniserregend hoch“, sagt Plogmann. Umso wichtiger ist es, Betroffenen mit qualifizierten Hilfeangeboten zur Seite zu stehen. In der Unnaer Hansastraße bietet der Caritasverband für den Kreis Unna mehrere Anlaufstellen für wohnungslose Menschen: Die Tagesstätte ist ein niederschwelliges Angebot, hier können Betroffene zwanglos ihren Tag verbringen, eine warme Mahlzeit bekommen, Wäsche waschen, duschen und an Freizeitangeboten teilnehmen. In der Beratungsstelle helfen die Mitarbeiter den Wohnungslosen bei der Suche nach passendem Wohnraum und vermitteln sie in weitere Hilfeeinrichtungen. Das Ambulant Betreute Wohnen steht
schließlich allen denjenigen offen, die als Menschen in besonderen sozialen Lebenslagen eine eigene Wohnung gefunden haben, aber dennoch weitere Unterstützung – etwa bei der Kontoführung oder der Arbeitssuche – benötigen.

BU: Horst Senke, Roland Löhr, Jose Mainar-Gracia, Christoph Janiak und Ralf Plogmann (v.l.) bei der Präsentation des Jahresberichts der Wohnungslosenhilfe.




Pressemeldung vom 16. März 2012

Josefstag am 16. März
Junge Migranten beim Start ins Berufsleben unterstützen


Der Schulabschluss ist für Jugendliche die Grundlage für einen gelungenen Start ins Berufsleben. Doch was ist mit Menschen, die das Abitur in der Ukraine erlangt haben oder den Realschulabschluss in Serbien? Für sie ist der Übergang zwischen Schule und Beruf in Deutschland besonders schwierig: Ihre Zeugnisse werden häufig nicht in vollem Umfang anerkannt. Was das für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bedeutet, zeigten der Jugendmigrationsdienst des Caritasverbandes für den Kreis Unna und der Fachverband IN VIA beim diesjährigen Josefstag am 16. März.

Ihre Geschichten sind so verschieden wie ihre Herkunftsländer: Sechs junge Erwachsene zwischen 18 und 26 Jahren, die vom Jugendmigrationsdienst der Caritas betreut werden, sprachen am Josefstag mit Weihbischof Manfred Grothe über Schule und Beruf, stellten die Schulsysteme ihrer Herkunftsländer vor und diskutierten über ihre Perspektiven in Deutschland. Für die meisten von ihnen bedeutet der Neuanfang in einem fremden Land nämlich auch eine völlige Neuorientierung.
Sie stammen aus Afghanistan, dem Iran, Polen, Portugal, Serbien und der Ukraine, haben dort eine Schule besucht und verschiedene Abschlüsse erlangt. Diese in Deutschland jedoch anerkennen zu lassen, ist alles andere als leicht. Kornelia von Soldenhoff vom Jugendmigrationsdienst betreut die sechs jungen Erwachsenen bei ihrem Start ins Berufsleben und kennt die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben: „Es gibt in ganz Deutschland knapp 500 Stellen, die Anerkennungsverfahren bearbeiten; in NRW müssen Menschen mit einem ausländischen Abitur sich beispielsweise an die Bezirksregierung Düsseldorf wenden, während für alle anderen Schulabschlüsse Köln zuständig ist. Ein kasachisches Diplom wird in Münster anerkannt, ein russisches in Detmold – das System ist sehr kompliziert und für Menschen, die noch nicht so gut deutsch sprechen, fast undurchschaubar.“ Dazu kommt, dass viele Abschlüsse in Deutschland niedriger eingestuft werden als in den Herkunftsländern – so wir aus einem iranischen Abitur unter Umständen ein deutscher Realschulabschluss.


Damit die jungen Menschen trotzdem gut in den Beruf starten, unterstützen die Mitarbeiter des Jugendmigrationsdienstes der Caritas sie dabei: Sie vermitteln Sprachkurse, kümmern sich um die Übersetzungen der Zeugnisse, recherchieren die richtigen Ansprechpartner für die Anerkennungen, führen Bewerbertrainings durch und helfen bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Studienplatz. Eine wichtige Aufgabe, denn eine berufliche Perspektive in der neuen Heimat zu finden ist ein ganz entscheidender Teil des Integrationsprozesses. Deshalb nutzten der Jugendmigrationsdienst und der Fachverband IN VIA den diesjährigen Josefstag, um auf ihre Arbeit und Projekte aufmerksam zu machen. „Der Austausch mit dem Bischof, den Jugendlichen und den Mitarbeitern hat uns wertvolle neue Impulse gegeben, um unser Angebot noch weiter zu verbessern und auszuweiten“, zieht von Soldenhoff ein positives Fazit über den Aktionstag.

Hintergrund: Der Josefstag ist ein bundesweiter Aktionstag, an dem katholische Einrichtungen ihre Jugendsozialarbeit vorstellen, besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Bereich Schule und Ausbildung. Auch der Unnaer Caritasverband und der Fachverband IN VIA beteiligten sich an diesem Tag mit einem eigenen Programm. Weitere Informationen zum Josefstag finden Interessierte unter www.josefstag.de.

 

 

Pressemeldung vom 5. März 2012

Schwerer Abschied bei der Caritas
Petra Freiberg gibt Leitung des Regionalarbeitskreises ab


Rünthe. Mit dem Caritas-Ehrenabzeichen in Silber verabschiedeten Caritas-Abteilungsleiter Ralf Plogmann und Caritas-Vorstand Franz-Josef Chrosnik am Mittwoch Petra Freiberg. Die Bergkamenerin leitete zehn Jahre lang den Regionalarbeitskreis der Caritas-Konferenzen, der die Ehrenamtlichenarbeit in der Region koordiniert.

Als Bindeglied zwischen dem Diözesanverband und den lokalen Verbänden ist der Regionalarbeitskreis eine wichtige Schnittstelle; seine Mitglieder kümmern sich um die Fort- und Weiterbildung der ehrenamtlichen Konferenz-Mitglieder, regen den Austausch zwischen den einzelnen Caritas-Konferenzen an und regeln Organisatorisches, wie etwa die Ehrung langjähriger Mitglieder und Ehrenamtlicher. Als Vorsitzende des hiesigen Regionalarbeitskreises hat Petra Freiberg diese Aufgaben zehn Jahre lang wahrgenommen – und das mit großem Engagement und Erfolg. So war sie unter anderem maßgeblich an der Eröffnung des Bergkamener Kleiderladens „CarIert“ beteiligt und engagiert sich auch im Caritasrat. „Petra Freiberg hat als Vorsitzende des Regionalarbeitskreises die Ehrenamtlichenarbeit im vergangenen Jahrzehnt nachhaltig geprägt. Wir danken ihr ganz herzlich für ihre fantastische Arbeit“, sagt Caritas-Vorstand Franz-Josef Chrosnik.

BU: (v.l.) Caritas-Vorstand Franz-Josef Chrosnik, Eva Isenbeck, Caritas-Abteilungsleiter Ralf Plogmann, Petra Freiberg, Elisabeth Wesselmann und Elisabeth Völse von der Diözesan-Geschäftsstelle CKD-Paderborn





Pressemeldung vom 2. März 2012

„Armut macht krank“
Caritasverband stellt Jahresthema vor


Hustensaft oder Butterbrot? Für arme Menschen ist das keine außergewöhnliche Frage, sondern viel zu oft Alltag. Denn obwohl das deutsche Gesundheitssystem im internationalen Vergleich hervorragend abschneidet, scheitert der Zugang zu diesem System inzwischen für viele am Geld. „Armut macht krank“ ist deshalb die Jahreskampagne des deutschen Caritasverbandes, die der Unnaer Verband in Kooperation mit dem Katharinen-Hospital auf Kreisebene umsetzen wird. Auf einer Pressekonferenz stellte Caritas-Vorstand Franz-Josef Chrosnik die geplanten Aktionen vor.

Etwa 16 Euro billigt der Gesetzgeber einem Hartz IV-Empfänger monatlich für den Bereich Gesundheit zu – schon für einen einfachen Arztbesuch ist dieser Betrag knapp bemessen. Verschreibt der Arzt dann noch eine Hautcreme, Tabletten oder gar eine Brille ist für die meisten Betroffenen die finanzielle Schmerzgrenze überschritten; sie verzichten auf die Behandlung.
Während es bei armen Deutschen am Geld mangelt, haben Asylbewerber sogar mit noch mehr Schwierigkeiten zu kämpfen, wenn sie eine medizinische Behandlung benötigen; für sie ist häufig nur eine Notfallversorgung vorgesehen: „Asylbewerber haben nur bei akuten Erkrankungen, Schmerzen oder im Falle einer Schwangerschaft das Recht auf eine Behandlung, und selbst dann bekommen sie nur eine minimale Versorgung, die sie auch noch extra beantragen müssen“, sagt Caritas-Vorstand Franz-Josef Chrosnik. So darf der Arzt bei Zahnschmerzen zwar helfen – aber mehr als den schmerzenden Zahn ziehen darf er in der Regel nicht.
Auch in Unna gibt es viele Betroffene: „In unserer täglichen Arbeit begegnet uns das Thema häufig, zum Beispiel in der Wohnungslosenberatungsstelle in der Unnaer Hansastraße oder im Bereich der Migrationsberatung“, sagt Chrosnik. Deshalb wird der Kreiscaritasverband gemeinsam mit dem Katharinen-Hospital in den kommenden Monaten die Bundeskampagne „Armut macht krank“ auf Kreisebene umsetzen, um so die Menschen vor Ort zu informieren und zu sensibilisieren. Bisher stehen die folgenden drei Aktionen fest:


9. Juni „1 für 2, Tafeln einmal anders“

Gemeinsames Mahl – die Teilnehmer kaufen zwei Essensgutscheine und verschenken einen an eine bedürftige Person.

11. September Vortragsabend „Armut in einem reichen Land – wie das Problem verharmlost und verdrängt wird.“


Ein Vortragsabend mit dem Armutsforscher Professor Christoph Butterwegge von der Universität Köln.

15. November „Eine Million Sterne“

Aktion mit Caritas international: Teilnehmer kaufen Kerzen, die am 15. November gemeinsam entzündet werden.


Außerdem stellt der Caritasverband interessierten Unternehmen, die die Kampagne unterstützen wollen, kostenlos Blow-Ups zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Fahnen in der Größe von drei mal fünf Metern, die mit dem Schriftzug und dem Kampagnenmotiv versehen sind. Interessierte können die Blow-Ups kostenlos in der Caritas-Geschäftsstelle in der Höingstraße entleihen.




Pressemeldung vom 21. Februar 2012

Ehrung beim Caritasverband:
Drei Mitarbeiter feiern 25-jähriges Dienstjubiläum


Gleich drei Jubilaren gratulierte Caritas-Vorstand Franz-Josef Chrosnik jetzt zu 25 Jahren hauptamtlicher Mitarbeit: Horst Senke von der Wohnungslosenberatungsstelle, Gertrud Sändker von InVia, dem Fachverband für katholische Jugendsozialarbeit, und Kornelia von Soldenhoff vom Jugendmigrationsdienst (v.r.) feierten in diesen Tagen ihr Jubiläum. Als Anerkennung überreichte Franz-Josef Chrosnik den drei Jubilaren Urkunden und bedankte sich persönlich für zweieinhalb Jahrzehnte Mitarbeit: „Alle drei haben sich immer durch besonderes Engagement und hohe Leistungsbereitschaft ausgezeichnet – durch ihren unermüdlichen Einsatz transportieren sie die Werte des Caritasverbandes. Für sie ist der Beruf wirklich auch eine Berufung.“






Pressemeldung vom 16. Februar 2012

Thomas Beckmann spielt Cello
Erlös des Benefizkonzerts kommt Wohnungslosen in Unna zu Gute


Am 8. März gibt Cellist Thomas Beckmann im Rahmen seiner Benefiztournee um 20 Uhr ein Konzert in der katholischen Kirche St. Katharina in Unna. Auf dem Programm stehen unter anderem Stücke von Vivaldi, Bach und sogar Charlie Chaplin. Doch nicht nur Freunde klassischer Musik kommen an diesem Abend auf ihre Kosten: Der gesamte Reinerlös des Auftritts kommt armen und wohnungslosen Menschen in Unna zu Gute. Der Caritasverband wird mit diesem Geld unter anderem dringend benötigte Geräte und Materialien für die Werkstatt in der Hansastraße anschaffen.

Eigentlich gibt es die Werkstatt im Keller der Wohnungslosenberatungsstelle bereits seit 14 Jahren. Das Kreativangebot ist für viele Gäste eine willkommene Abwechslung; gerne basteln, schrauben und werkeln sie in der kleinen Werkstatt. Kostproben der entstandenen Kunstwerke finden sich im gesamten Gebäude in der Hansastraße: fröhliche Blumenbilder, hübsche Vogelhäuschen oder ein Schachspiel aus Schrauben. Doch in letzter Zeit geht Werkstattleiter Ulrich Rautenberg immer seltener in den kleinen Werkraum. „Wir brauchen dringend Werkzeug und Verbrauchsmaterialien“, sagt der 69-jährige Ehrenamtliche. Stichsäge und Elektrohobel fehlen hier inzwischen ebenso wie Farbe und Holz – die Werkzeuge sind nach über einem Jahrzehnt verschlissen, die Materialien größtenteils aufgebraucht.
Dabei ist das Kreativangebot enorm wichtig für die Wohnungslosen, die ihre Zeit in der Tagesstätte in der Hansastraße verbringen. „Das Erlebnis, etwas selbst geschaffen zu haben, gibt ihnen Selbstvertrauen“, sagt Ulrich Rautenberg. Der Rentner betreut die Werkstatt; als gelernter Betriebsschlosser und Dachdecker kennt er sich bestens mit Werktechniken und Materialien aus. Gemeinsam mit den Wohnungslosen plant er die kleinen Projekte, hilft bei der Anfertigung der Werkstücke – und freut sich mit ihnen, wenn der letzte Pinselstrich gemacht ist. „Ich merke dann immer, wie stolz sie sind, dass sie durchgehalten haben“, berichtet er. Denn genau das fällt vielen Gästen in der Hansastraße schwer: Drogen- und Alkoholprobleme oder psychische und physische Krankheiten schränken sie häufig stark ein, so dass jedes kleine abgeschlossene Projekt ein persönlicher Erfolg ist. Sehr talentierte Werkstattbesucher versucht Rautenberg außerdem, besonders zu fördern. „Ein Gast, der hier besonders aktiv war, arbeitet inzwischen in einer betreuten Werkstatt in

Dortmund und hat den Absprung aus der Wohnungslosigkeit geschafft“, sagt er. Ein Beispiel, das zeigt, was qualifizierte Angebote in der Wohnungslosenarbeit bewirken können.
Damit die Werkstatt zukünftig wieder an jedem Dienstag und Freitag öffnen kann, fließt ein Großteil des Erlöses des Benefizkonzerts von Thomas Beckmann am 8. März in dieses Projekt des Caritasverbandes für den Kreis Unna. Karten gibt es zum Preis von 12 Euro (ermäßigt 6 Euro) im i-Punkt am Lindenplatz 1, beim Hellweger Anzeiger am Ostring 2 sowie im Bücherzentrum in der Bahnhofstraße. Das Pfarrbüro von St. Katharina am Katharinenplatz ist ebenfalls eine Vorverkaufsstelle. Das Büro ist montags von 15 bis 17 Uhr, dienstags von 9 bis 12 Uhr und mittwochs von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geöffnet.


 

 

 

Pressemeldung vom 25. Januar 2012

Interkulturelle Öffnung im Katharinen-Hospital
Angehende Pflegekräfte absolvieren Schulung


Wie kommuniziert eine Krankenschwester mit einem Patienten, der ihre Sprache nicht versteht? Und was muss ein Krankenpfleger im Umgang mit muslimischen Patientinnen beachten? Mit diesen und anderen Fragen setzten sich in dieser Woche 23 Schüler der Krankenpflegeschule des Katharinen-Hospitals auseinander. In einer zweieinhalbtägigen Fortbildung schulten Ralf Plogmann und Tiran Danielyan vom Caritasverband für den Kreis Unna die angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger zum Thema „Interkulturelle Kompetenz“.

Besondere Ernährungsgewohnheiten, spezielle Waschrituale oder fremde Sprachen – Berührungspunkte mit anderen Kulturen gibt es im Pflegealltag reichlich. Ralf Plogmann und Tiran Danielyan vom Caritasverband für den Kreis Unna wissen das nur zu gut. Sie beschäftigen sich seit 2006 mit dem Thema und haben bereits einige Einrichtungen beim Prozess der interkulturellen Öffnung begleitet. „Gerade in der Kranken- und Altenpflege ist Kultursensibilität wichtig“, sagt Caritas-Abteilungsleiter Ralf Plogmann. „Pflegekräfte, die interkulturelle Kompetenzen erworben haben, sind beispielsweise sicherer im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturkreisen und können besser auf deren Bedürfnisse eingehen.“

Diesen kultursensiblen Umgang mit ihren Patienten lernten die 23 Auszubildenden der Krankenpflegeschule des Katharinen-Hospitals in der vergangenen Woche. Die zweieinhalbtägige Fortbildung bestand aus drei Theorieeinheiten sowie zwei Exkursionen. Im theoretischen Teil erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über die Begriffe Migration, Integration, Kultur, Wahrnehmung und interkulturelle Kompetenz. Anschließend wandten sie das Gelernte in Rollenspielen an, indem sie verschiedene Aufgaben lösen. Dabei schlüpfen die Schüler beispielsweise in die Rolle einer Pflegekraft, die zwischen den der muslimischen Gebetsausübung im Krankenzimmer und der Pflege vermitteln muss und zur Kulturmittlerin wird. „Durch die Perspektivwechsel im Rollenspiel lernen die Schüler, sich von eingefahrenen Denkmustern zu trennen und Situationen neu zu bewerten“, schildert Plogmann.


Außerdem besuchten die angehenden Pflegekräfte die Unnaer DITIB Moschee und die jüdische Gemeinde in Unna-Masse. In der abschließenden Reflexionsrunde hoben die Schülerinnen und Schüler diese Exkursionen besonders positiv hervor. Schulleiter Bernd Beimdiecke ist sehr zufrieden mit der Fortbildung: „Das Angebot des Caritasverbandes ergänzt unser Ausbildungskonzept sinnvoll. Gerade die Rollenspiele waren eine hervorragende Übung, durch die unsere Schüler noch mehr Handlungssicherheit für den Pflegealltag gewonnen haben.“

Die Schülerinnen und Schüler der Krankenpflegeschule bildeten sich weiter.